Stress – Symptome erkennen

Viele Betroffene merken lange Zeit gar nicht, was ihr Verhalten für gesundheitliche Konsequenzen hat, weil diese meist erst spät zutage treten. Nach einer ersten Zigarette bekommt man nicht sofort Lungenkrebs, von einer stressigen Woche bei der Arbeit bekommt man noch kein Burn-out…

Das Erkennen von chronischem Stress fällt vielen Menschen schon deshalb nicht leicht, weil die Stressmerkmale so vielfältig sein können. Warnsignale lassen sich in vier Kategorien einteilen – körperliche, emotionale, kognitive Symptome, Verhaltenssymptome sowie als Unterrubrik Symptome im sozialen Verhalten – doch das Spektrum bleibt enorm groß.

Die Bandbreite der körperlichen Stresssymptome reicht beispielsweise von Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Zähneknirschen und Schluckbeschwerden über Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Übelkeit, Durchfall und Verstopfung bis hin zu sexueller Unlust, Müdigkeit, Taubheitsgefühle….

Auf der emotionalen Ebene können Symptome in innerer Unruhe und Reizbarkeit, Langeweile und Interesselosigkeit

oder in Gefühlen von Einsamkeit, Hilflosigkeit oder fehlender Kontrolle zeigen….

Auf die kognitive Leistungsfähigkeit wirkt sich Stress ebenfalls vielfältig aus. Das kann sich in Gedächtnisproblemen, Konzentrations- oder Entscheidungsschwäche. aber auch in Humorlosigkeit, Kreativitätsmangel oder negativen Gedankenspiralen äußern.

Die Überschneidungen mit den emotionalen Symptomen sind augenfällig und zeigen sich auch im Verhalten gestresster Menschen. Das geht von Vermeidungsverhalten bis zu ungesundem Ess-, Trink- und Rauchverhalten……

Quelle: : Der Selbstheilungscode von Prof. Dr. med. Tobias Esch

                           Realistisches Bild eigener Lebenssituation

Zunächst sollte die aktuelle Situation analysiert werden. Dabei helfen schon simple Bestandsaufnahmen, etwa das schriftliche Festhalten von Stresswarnsignalen oder die Bewertung unterschiedlicher Stressoren. Wie reagieren Sie auf Termindruck, ungenaue Anweisungen oder Ärger mit dem Chef? Was lösen Lärm, Menschenmassen oder Informationsfluten in Ihnen aus? Wie gehen Sie mit Bewegungsmangel , zu wenig Schlaf oder Beziehungsproblemen um? Dabei kann ein Stresstagebuch helfen…

                                                Übung  Dankbarkeitstagebuch

Führen Sie ein Tagebuch oder Kalender, in den Sie jeden Tag fünf große oder kleine Dinge eintragen, für die Sie an diesem Tag dankbar sind – zum Beispiel in den Kategorien

a) Arbeit, b) Familie und Freunde, c) Natur, d) Hochmomente bzw. schöne Momente, e) materielle Dinge oder Erleichterungen im Alltag

Eine kürzere Variante dieser Übung wäre, dass Sie am Abend für einen kurzen Moment eine Sache identifizieren, für die Sie an diesem Tag dankbar waren bzw. sind, etwas Positives, das Ihnen passiert ist; seien Sie dabei möglichst konkret (wer, was, wo, mit wem, wofür genau dankbar etc.) und beschreiben Sie mit „inneren Worten“ ihr Ereignis (verbalisieren Sie es!) – oder erzählen Sie es einer anderen Person, gegebenenfalls im gegenseitigen Wechsel.

Die nächste Erweiterung (oder der „Auftrag“ für den nächsten Abend) wäre nun, dass Sie eine Sache identifizieren, für die Sie“ dankbar im Leben“ sind, also mit einer zeitlich breiteren „größeren“ Perspektive, auch diese Erweiterung können Sie wieder im Austausch mit einer anderen Person sich gegenseitig erzählen (pro Ereignis und Person maximal zwei bis 5 Minuten)…

Quelle: : Der Selbstheilungscode von Prof. Dr. med. Tobias Esch