Hier und Jetzt

189         Bewusst im Hier und Jetzt sein

 

Nehmen Sie dieses Buch für einen kurzen Moment nur in eine eine Hand und betrachten Sie kurz Ihre Fingerkuppen der freien Hand. Halten Sie Ihren Daumen  und Zeigefinger so, als ob Sie ein wenig Salz  auf Ihr Essen streuen oder etwas trockenen Thymian zwischen Ihren Fingern zerreiben würden. Und wackeln Sie mit Ihren Füßen. Achten Sie einmal ganz bewusst auf das, was in Ihrem Körper gerade vor sich geht. Spüren Sie Ihren Rücken, Ihre Schulter? Haben Sie warme oder kalte Hände?  Das ist der Schlüssel, der Ihnen die Tür aufsperrt. Herzlich willkommen im Hier und Jetzt!

Als mir dieser Unterschied der beiden Bewusstseins-zustände klar wurde, saß ich gerade mal wieder im Zug,und es war für mich wie eine kleine Erleuchtung. Auf einmal verstand ich den Unterschied zwischen den schweifenden Gedanken, die wir haben , und andererseits der vollen  Konzentration und Aufmerksamkeit, die wir auf etwas richten können, entweder auf eine bestimmte Aufgabe oder auch auf den jetzigen Moment.

Diese Direkterfahrung können Sie auch sehr gut aktivieren, wenn Sie am Strand oder See sitzen, bewusst den kühlen Drink in Ihrer Hand fühlen, das Rauschen des Wassers hören oder spüren, wie Ihnen der Wind durch die Haare fährt.

Wenn Sie in diesem Direkterfahrungsmodus sind, dann denken Sie überhaupt nicht nach, sondern konzentrieren sich genau auf die Informationen, die auf Sie einströmen oder mit denen Sie sich gerade beschäftigen. Wenn Sie sich unterhalten, konzentrieren Sie sich auf den Gedankenaustausch; schauen Sie einen Film, verfolgen Sie die Story; lesen Sie einen Text, achten Sie auf den Inhalt…

190                      Achtsamkeit

 

Wir haben mindestens zwei Bewusstseinszustände, das    Default Network,  bei dem unsere Gedanken auf Reisen gehen, und  den Direkterfahrungsmodus, der uns ins

Hier und Jetzt bringt.

So werden Sie genialer

 

> Schulen Sie Ihre Selbstwahrnehmung, indem Sie zum Beispiel beim Blick auf die Uhr auch immer kurz darauf achten, Wie fühlen sich Ihre Füße, Ihr Nacken in diesem Moment an?

 

> Wechseln Sie im Alltag bewusst zwischen den verschiedenen Bewusstseinszuständen hin und her, indem Sie immer wieder bewusst Ihre Sinneseindrücke wahr-nehmen.

 

> Der erste Bissen beim Mittagessen könnte zu einer täglichen Achtsamkeitsübung werden. Beobachten Sie ganz bewusst, wie er schmeckt, und setzen Sie all Ihre Sinne ein.

 

> Überlegen Sie, bei welchen täglichen Abläufen Sie sonst noch eine kleine Achtsamkeitsübung einbauen können. Zum Beispiel beim Zähneputzen? Darüber  freuen sich  auch  Ihre kleinen Beißerchen.

 

> Suchen Sie ein bestimmtes Thema, auf das Sie ab jetzt ganz genau achten wollen: Essen, Design, Texte, Pflanzen, Farben oder die Straße…

 

> Besuchen Sie einen Meditationskurs oder ein Achtsamkeitstraining.

 

 Quelle:  Lassen Sie Ihr Hirn nicht unbeaufsichtigt von Christiane Stenger